Konzertbericht

Nürtinger / Wendlinger Zeitung

Christmas Songs und klassischer Swing

Andrea Mayer Quintett verwebt populäre Weihnachtslieder mit Swing-Standards

Andrea Mayer Quintett - Konzert im Jazzclub "Schloss Köngen" am 15.12.2017
Mit einer Hommage an Ella Fitzgerald, vom Andrea Mayer Quintett musikalisch serviert, endete die Jazz-Saison für dieses Jahr am letzten Freitag im Köngener Schloss. Foto: Stange

Die Saison 2017 des Jazzclubs Köngen endete mit einem musikalischen Leckerbissen. Andrea Mayer und ihre Band zauberten weihnachtliche Stimmung auf einer festlich geschmückten Bühne mit Klassikern wie „Winter Wonderland“, „Chistmas Song“ und „I’ve got my Love to keep me warm“. Mit „Santa Claus is coming to Town“ bereitete die Gruppe den Auftritt des clubeigenen Nikolaus Johannes Laxander vor, der mit besinnlichen Betrachtungen und Gedichten auf Weihnachten einstimmte. Mit der traditionellen englischen Ballade „The First Noel“ erfolgte schließlich die Überleitung zu einem Liederabend mit klassischen Swingstücken.

Das Konzert mit dem Motto „A Tribute to Ella Fitzgerald“ bewegte sich in dem Genre der Lieder, die Ella gesungen und bekannt gemacht hat. Andrea Mayer hat ihr Vorbild genau studiert ohne es 1:1 zu kopieren. Mit ihrer variationsreichen Stimme verleiht sie jedem Song ihre eigene Note, unterstützt durch temperamentvollen Körpereinsatz und vielsagende Mimik. Den Scat-Gesang, jene vokale Improvisationsform, die von Ella Fitzgerald kultiviert wurde, beherrscht Andrea Mayer aus dem Effeff, was in vielen gescatteten Duetten mit ihren musikalischen Partnern zum Ausdruck kam.

Die Sängerin wurde unterstützt von Jürgen Hagenlocher am Tenorsaxophon, der sowohl als einfühlsamer Begleiter als auch als virtuoser Solist in Erscheinung trat. Mit seinem vollen Ton und seinen in Laid-back-Manier gespielten Chorussen, bisweilen mit langen Bop-inspirierten Sequenzen, passte er hervorragend zur Gesangskunst Andrea Mayers.

Die packend swingende Rhythmusgruppe wurde angeführt von Matthias Daneck am Schlagzeug, der enormen Drive und perfektes Timing entwickelte und in mehreren Soli glänzte. Sein Sohn Nic spielte Klavier und war sozusagen die Überraschung des Abends. Trotz seines fast noch jugendlichen Alters entpuppte er sich als versierter Pianist, der sowohl als unterstützender Begleiter als auch als kunstfertiger und technisch brillanter Solist die Jazzfreunde begeisterte.

Schließlich wurde das Quintett komplettiert durch German Klaiber am Kontrabass. Sein herrlich singender Bass bildete insbesondere bei den Balladen das sichere Fundament, auf dem sich Andrea Mayer und Jürgen Hagenlocher entfalten konnten. Zu einem speziellen Leckerbissen geriet „I’m in the Mood for Love“, dessen Thema Andrea Mayer nur vom Bass begleitet vorstellte.

Das Andrea Mayer Quintett spannte einen weiten Bogen von A wie „April in Paris“, bei dem Anklänge an Count Basies Big-Band-Version aufblitzten bis Y wie „You’ve changed“, einer gefühlvollen Ballade. Ein besonderes Schmankerl im Programm war Billy Strayhorns „Take The A-Train“, zunächst als Jazz-Walzer vorgestellt, um dann in einen rasanten Swing überzugehen und schließlich nach einem spektakulären Schlagzeugsolo wieder im ¾-Takt zu enden.

Das angekündigte Schlussstück „Sweet Georgia Brown“ war natürlich nicht geeignet, die begeisterten Zuhörer zum Aufbrechen zu bewegen. Nach der Zugabe „Jingle Bells“, bei der das Publikum mitwirkte, wurde der Liederabend schließlich mit Frank Fosters „Shiny Stockings“ beendet, jenem Stück, zu dem Ella Fitzgerald selbst den Text geschrieben hat.

Bilder vom Konzert

 

 

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