Konzertbericht

Konzertbericht

Rhythm and Blues bringt das Schloss zum Kochen

Simon Holliday & Band machen Hits der 1950er bis '70er lebendig

Simon Holliday & Band - Konzert im Jazzclub "Schloss Köngen" am 26.01.2018
Das Publikum traf auf einen guten alten Bekannten mit Band. Foto: Horst Stange

Das jüngste Konzert im Jazzclub Köngen brachte ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten. Simon Holliday und seine Band haben eine treue Fangemeinde, welche die stark rhythmisch geprägte und emotionale Musik liebt. Der Funke sprang denn auch sofort über und die Fans unterstützten die Rhythmusgruppe tatkräftig durch Off-Beat-Klatschen, als das Quintett mit Freddie Kings Blues „Hideaway“ das Konzert eröffnete. Als Hommage an den erst kürzlich verstorbenen Fats Domino folgte dessen „Country Boy“ und mit Louis Primas „Bim Bam“ wurde vollends das Terrain abgesteckt, in dem sich die Band bewegte.

Stücke des Rhythm and Blues (R&B), Soul und Rock 'n' Roll sind der Band wie auf den Leib geschneidert. Der Sänger und Pianist Simon Holliday wurde darin bestens unterstützt von Holger Rohn am Tenorsaxofon und Michael Rüber an der Gitarre. Die beiden verstanden es, wie im Schlaf, durch riffartige Begleitung des Gesangs die Stimmung zum Kochen zu bringen. In langen Improvisationschorussen konnten sie sich solistisch entfalten und ernteten viel Applaus. Michael Rübers erdige Blues-Gitarre kam besonders zur Geltung in „T-Bone Shuffle“, während Holger Rohns heißer und zupackender Ton besonders bei „Lilly was here“ zur Geltung kam.

Das rhythmische und harmonische Fundament bildeten der aus Wales stammende Schlagzeuger Simon Palser und der Bassist Peter Streicher. Beide lieferten sich ein fulminantes Duell – oder besser: Duett – im Klassiker „Hang on, Sloopy“ der McCoys.

Obwohl alle Bandmitglieder glänzende Solisten sind, ist doch der Dreh- und Angelpunkt der Band der Sänger und Entertainer Simon Holliday. Die Art, wie er völlig entrückt am Klavier spielt, ist sowohl ein Vergnügen für die Ohren als auch für die Augen. Den Blick an der Decke oder beim Publikum spielt er sich mit vielen Chorussen regelrecht in Ekstase, bis er schließlich mehr stehend als sitzend die Tasten bearbeitet.

Ein besonderes Schmankerl war die Band in der Band, das Duo Simon & Simon, mit „Such a Night“, bekannt gemacht durch Dr. John.

Die Mischung aus R&B und Rock 'n' Roll wurde gewürzt mit Soul-Titeln wie Billy Prestons „Will it go round in Circles“ oder Ray Charles‘ „Get on the Right Track Baby“ sowie mit romantischen Schlagern wie „Come back to Sorrento“ und „Smoke gets in your Eyes“. Kein Wunder also, dass die Fangemeinde die Musiker nur widerwillig nach der Zugabe „Tonight the Bottle let me down“, Merle Haggards Country Song, entließ.

Bilder vom Konzert