Die Posaune

Von ROLF MARTIN

Die Posaune ist wie die Trompete ist ein Blechblasinstrument, bei dem der Spieler durch seine im Mundstück vibrierenden Lippen den Weg des Luftstroms ins Instrument periodisch öffnet und schließt. In der schwingenden Luftsäule bilden sich stehende Wellen aus, die nur ganz bestimmte Frequenzen bzw. Töne zu spielen erlauben. Die Lücken zwischen diesen „Naturtönen“ werden dadurch geschlossen, dass die Länge des Rohres verändert wird. Während bei der Trompete und der Ventilposaune durch Drücken von Ventilen Rohre verschiedener Länge ins Spiel gebracht werden, wird bei der Zugposaune die Länge durch Ausziehen eines „Zuges“ verändert. Die am häufigsten verwendete Tenorposaune in B erlaubt einen Tonumfang vom tiefen E bis zum zweigestrichenen des.

Mithilfe des Posaunenzugs lässt sich der Ton in gewissen Grenzen kontinuierlich verändern. Derartige Glissandi (slide effect) waren sehr beliebt bei den Musikern des frühen New Orleans Stils und im Dixieland. Bei Umzügen auf einem Bandwagen wurde der Posaunist meist an der hinteren Wagenklappe (engl. tail gate) postiert, damit er, ohne die anderen Musiker zu hindern, seinen Posaunenzug ganz ausfahren konnte. Spielt ein Posaunist mit vielen Glissandi, so sagt man, er spiele eine Tail-Gate-Posaune. Einer der prominentesten Vertreter dieses Stils war Kid Ory. 

Die Posaune trat im frühen Jazz fast nur als Begleitinstrument in Erscheinung. Zum Soloinstrument entwickelte sie sich im Swing und im modernen Jazz, wo neben der Zugposaune auch die Ventilposaune eingesetzt wird.

Führende Posaunisten im traditionellen Jazz waren Kid Ory, George Brunies, Jim Robinson, Miff Mole, Dicky Wells, Tommy Dorsey, Jack Teagarden, Vic Dickenson und Trummy Young. Im modernen Jazz taten sich hervor: Jay Jay Johnson, Kai Winding, Curtis Fuller, Urbie Green, Bob Brookmeyer und Albert Mangelsdorff.

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