Benny Goodman

von ROLF MARTIN

Wenn man einen Musikfreund nach einem bedeutenden Klarinettisten des Jazz fragt, ist die Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit „Benny Goodman“. Diese Bekanntheit und der Erfolg des späteren „King of Swing“ war dem kleinen Benjamin David, einem Sohn armer jüdischer Immigranten aus Russland, nicht in die Wiege gelegt worden. Benny wurde 1909 in Chicago geboren und kam als Zehnjähriger in der Synagoge mit der Musik und der Klarinette in Kontakt. Der klassische Klarinettist Franz Schöpp unterrichtete ihn später und legte wohl das Fundament für Goodmans überragende Technik.

Ab 1923 kam er in Berührung mit Jazzbands und wurde schließlich bis 1929 Mitglied in Ben Pollacks Band. 1934 gründete er mit seinem späteren Schwager John Hammond eine Big Band, die anfangs nicht sehr erfolgreich war, ihn aber ab 1935 sehr bekannt machte. Zur selben Zeit entstand ein Trio mit Drummer Gene Krupa und dem schwarzen Pianisten Teddy Wilson, das 1936 mit Lionel Hampton zum Quartett erweitert wurde.

Ein fulminanter Erfolg war 1938 das Konzert Goodmans mit weißen und schwarzen Musikern in der New Yorker Carnegie Hall, die bisher nur klassischer Musik vorbehalten war. Es war Goodmans großes Verdienst, das Zusammenspiel von schwarzen und weißen Musikern zu fördern und den Jazz aus den Bars und Kneipen in die großen Konzertsäle zu bringen und damit als Kulturform zu etablieren.

Trotz gesundheitlicher Probleme spielte Benny Goodman bis zu seinem Tod im Jahr 1986. Zum 80. Jahrestag, im Januar 2018 wiederholte die Big Band des Lincoln Centers das historische Konzert in der Carnegie Hall.

 

 


From "Hollywood Hotel" the Benny Goodman Quartet with Teddy Wilson, Lionel Hampton and Gene Krupa with "I Got A Heartful Of Music".