Thelonious Monk war einer der herausragenden US-amerikanischen Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts, der als Pianist und Komponist Bedeutung erlangte. Er wurde am 10. Oktober 1917 in North Carolina geboren und wuchs in New York City auf, wo er früh, unterstützt von seiner alleinerziehenden Mutter, Klavierunterricht erhielt und sich dann schon im Alter von 17 Jahren als Pianist durch das Leben schlug. In den 1940er-Jahren trat Monk regelmäßig im berühmten Jazz-Club Minton's Playhouse in Harlem auf. Dort traf er auf Musiker wie Charlie Parker und Dizzy Gillespie, die zusammen mit ihm eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Bebop spielten. Monk wurde zwar nie so berühmt wie seine beiden Kollegen, doch seine Kompositionen und seine harmonischen Ideen beeinflussten die Entwicklung des modernen Jazz tiefgründig. Typisch für Monks Musik waren ungewöhnliche Rhythmen, Tempoverschiebungen, dissonante Akkorde und überraschende Pausen. Viele Zuhörer empfanden seinen Stil zunächst als eckig, kantig und schwer zugänglich. Heute jedoch gelten Stücke wie „Round Midnight“, „Blue Monk“ oder „Straight, No Chaser“ als Jazzklassiker.
Auch äußerlich zeigte er bei seinen Konzerten besondere Auffälligkeiten. Der Pianist mit Ziegenbart und einer Vorliebe für Damenbrillen bewegte sich während seiner Auftritte manchmal tanzend um das Klavier. Trotz seines Erfolges hatte er immer wieder gesundheitliche und psychische Probleme, die mit einem regelmäßigen Drogenkonsum einhergingen und die seine Karriere nachhaltig belasteten. Durch seine verspätete Anerkennung machte sich Monks Einfluss erst ab etwa Mitte der 1950er-Jahre bemerkbar. Mit einem Vertragsabschluss beim Schallplattenlabel Columbia wurde er 1962 endgültig zu einem international gefeierten Jazz-Star.
Nach 1970 verschwand Monk offenbar aus gesundheitlichen Gründen von der Bühne und hörte allmählich mit dem Klavierspielen auf. Er starb am 17. Februar 1982 in New Jersey mit nur 64 Jahren an einem Schlaganfall. Er gilt als ein ganz Großer des Jazz – einer, der ihm neue Konturen und neue Substanz verlieh.