Presseartikel

Nürtinger / Wendlinger Zeitung

Ein Programm mit vielen Highlights

Der Jazz-Club "Schloss Köngen" geht mit vorsichtigem Optimismus in das neue Jahr

Foto: Horst Stange

Gefühlt scheinen die guten alten Zeiten mit uneingeschränkten kulturellen Veranstaltungen eine Ewigkeit zurückzuliegen. Der Jazz-Club Köngen konnte zum letzten Mal im Februar dieses Jahres sein treues Publikum in der Schlosskapelle vor ausverkauftem Hause erfreuen. Seitdem sind die Verantwortlichen im Club auf dem harten Boden der Realität gelandet und werden in ihren Planungen von einem ständigen Wechselbad der Gefühle begleitet. Die Corona-bedingten Auswirkungen machen allen Beteiligten längerfristig ausgerichtete Aktivitäten äußerst schwer. Nur zwei Konzerte waren im September und Oktober unter strikten Hygienebedingungen und einer deutlich reduzierten Zuhörerzahl überhaupt möglich. Im November und Dezember sorgte der neuerliche partielle Lockdown für die unumgängliche Absage der Veranstaltungen.

Dennoch sind die Weichen für das erste Halbjahr 2021 schon gestellt. „Welche Konzerte mit wie vielen Besuchern aber überhaupt stattfinden können, bleibt einfach abzuwarten“, sagt der Vereinsvorsitzende Johannes C. Laxander zu der gegenwärtigen Situation. Der Verein kann verständlicherweise keine Prognosen über zukünftige Entwicklungen abgeben, denn zu unberechenbar sind Corona-Entscheidungen auf Bundes- oder Landesebene. Man geht jedoch vorsichtig optimistisch in das neue Jahr und hofft auf das eine oder andere Konzert.

Die Konzertsaison 2021 wird vom Soleil Niklasson Quintett am 29. Januar eröffnet. Im Mittelpunkt der Band steht die herausragende amerikanische Sängerin Soleil Niklasson. Die aus Chicago stammende Künstlerin ist schon in ihrer Jugend mit Gospel und Soul aufgewachsen und bringt diese Authentizität mit ihrer warmen, geerdeten und kraftvollen Stimme auch auf die Bühne. Ihr Gesang kommt von ganzem Herzen und strahlt pure Lebensfreude aus. Die gesamte Band zeigt in ihrem Programm aus Blues, Gospel, Soul und Latin, dass Power pur und sanfte leise Töne sich nicht unbedingt ausschließen müssen.

Mit dem Gismo Graf Trio feat. Cheyenne präsentiert sich am 26. Februar eine Formation, die in den letzten Jahren Furore gemacht hat. Das Gitarrengenie Gismo Graf gilt in der Gypsy-Jazz-Szene als echter Shooting Star. Die pfiffige Idee, den Gypsy-Swing des legendären Jazz-Gitarristen Django Reinhardt in ein neues Gewand zu hüllen und mit modernen Einflüssen des 21. Jahrhunderts zu versehen, kommt beim Publikum ausgezeichnet an. Sein Vater Joschi an der Rhythmus-Gitarre sowie der Kontrabassist Joel Locher vervollständigen das Trio. Gismos jüngere Schwester Cheyenne sorgt mit ihrer schönen und einprägsamen Stimme für eine weitere Klangfarbe in dieser Formation.

Am 26. März erwartet das Publikum eine Band der europäischen Spitzenklasse. Schon mehr als 10 Jahre ist das Trio The Three Wise Men regelmäßig zusammen auf Tour. Das Herz der Band ist der aus Mailand stammende und nun in New York lebende Pianist Rosanno Sportiello, ein ursprünglich klassisch ausgebildeter Klaviervirtuose, der mit seinem Spiel als Stride-Pianist die Zuhörer in Atem hält. Der gebürtige Wiener Martin Breinschmid liefert im Stil eines Gene Krupa das Fundament am Schlagzeug. Am Saxofon sowie an der Klarinette agiert der profilierte Musiker Frank Roberscheuten aus Holland. Wer klassischen Jazz in zeitlos moderner Interpretation liebt, ist bei diesen drei Herren an der richtigen Adresse.

Von April bis Juni bekommen drei der Bands, deren Konzerte dieses Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen sind, eine erneute Chance. „Dabei erfüllen wir auch unser Versprechen, bisher abgesagte Konzerte vorrangig wieder in unser Programm aufzunehmen“, betont Johannes C. Laxander als Vereinschef. 

Gleich am 30. April haben sich die Hardt Stompers mit erfrischendem New Orleans Jazz angesagt und bringen Titel des legendären King Oliver oder des frühen Louis Armstrong zu Gehör. Am 28. Mai gibt sich das Masha Bijlsma Quintett aus Holland die Ehre und stellt ihr neuestes Album „For Love Of Abbey“ in den Mittelpunkt ihres Programmes. Der samtweiche Sound des international renommierten Posaunisten Bart van Lier erklingt in wunderbarer Kombination mit Mashas weicher Stimme. Ein Konzert der Sonderklasse. Das Halbjahresprogramm wird am 25. Juni vom Ellen & Bernd Marquart Quartett abgerundet. Auch hier erwarten uns mit Ellen und Bernd Marquart, sowie Joel Locher und Willy Ketzer absolute Hochkaräter im überregionalen Jazz. Die Referenzen dieser Musiker lassen einen spannenden Abend mit „Blues and Scat“ erahnen.

Der Artikel erschien am 15.12.2020 in der Nürtinger / Wendlinger Zeitung (Artikel-PDF)

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